Mehrere hundert Agenturen bieten in Österreich die Vermittlung von Pflegepersonal an. Nicht immer ist sicher, ob die versprochenen Leistungen dieser Vermittler auch eingehalten werden. Dies soll sich nun – zurecht – ändern. Angedacht ist eine Reform der Gewerbeordnung, eine Prüfung der Qualifikation der Pflegekräfte und der Agentur selbst.
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Ein paar Fragen die bei der Wahl einer Pflegepersonal-Agentur helfen sollen:
– Welche Art der Vermittlung wird durchgeführt?
– Hat die Agentur einen Sitz in Österreich?
– Nach welchen Kriterien werden Pfleger und Pflegerinnen vermittelt?
Wir von PrivatePflege.at unterstützen diese Initiative, da wir seit Beginn unserer Dienstleistung auf Qualität, Offenheit und individuelle Betreuung setzen.
Im Dezember 2014 wurde vom Nationalrat eine Änderung im Bundespflegegeldgesetzes beschlossen. Die Anpassungen treten per 1. Jänner 2015 und 1. Jänner 2016 in Kraft.
Die wichtigsten Änderungen im Detail:
Ab. 1. 1. 2015: Der Zugang zu den Pflegestufen 1 und 2 wurde etwas erschwert, indem die Anzahl der erforderlichen Pflegestunden pro Monat von 60 auf 65 Stunden (Stufe 1) und von 85 auf 95 Stunden (Stufe 2) erhöht wurde.
Ab 1. 1. 2016: Die Beitrage in allen Pflegegeldstufen und Ausgleiche werden um 2 Prozent angehoben
In der Steiermark wird die Wiedereinführung des Regresses laut Experten dazu führen, dass die Nachfrage nach 24 Stunden Pflege stark steigen wird.
Durch die Regresslösung werden die Kosten für die Angehörigen in Pflegeheimen steigen und somit unterm Strich teurer sein, als eine private Pflege in den eigenen vier Wänden.
Laut Statistik der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft wurden zuletzt über 35.000 Pflegekräfte angemeldet, mehr als je zuvor. Dies ist seit Jänner 2008 gesetzlich vorgeschrieben, andernfalls macht man sich strafbar.
Kurz vor der Sommerpause des Parlaments drohte die Reform im Pflegebereich zu scheitern. Die Befristung der Verfahrensbestimmung bis 2014 wollten jedoch einige Parteien nicht hinnehmen. Nun zog das Land Vorarlberg sein Veto gegen die Reform zurück. Der neu eingeführte Pflegefonds wird mit 685 Mio. Euro dotiert und soll die Kostensteigerungen der Länder und Gemeinden in den Jahren 2011 bis 2014 decken. Der Bund wird für zwei Drittel der Mittel aufkommen, Länder und Gemeinden für ein Drittel.
Bis dato entschieden alleinig Ärtze über die Pfelgestufe des Patienten. Das wird sich ab 2012 ändern. Denn ab diesem Zeitpunkt werden auch Pflegefachkräfte über die Einstufung der Pflegestufe und somit das Pflegegeld mitentscheiden. Die Erstbeurteilung wird jedoch weiterhin weiter vom ArztIn erfolgen. Die Neuerung betrifft dann eine eventuelle folgende Evaluierung und Erhöhung (auf Antrag) der Pflegestufe.
Argumentiert wird diese Änderung mit dem Faktum, dass Pflegekräfte meist einen näheren Zugang und bessere Kenntisse über den Patienten verfügen als der/die ArztIn. In einer Pilotphase wurde das neue Modell bereits erfolgreich erprobt.
Das im März vorgestellte neue Pflegegeldreformgesetz 2012 ist nun in Begutachtung und sieht eine Verwaltungsvereinfachung vor. So gibt es zukünftig nicht mehr 280 Entscheidungsträger, sondern nur mehr zwölf. Administriert wird das Plegegeld nun großteils durch die Pensionsversicherungsanstalt.
Alle, die per 31. Dezember 2011 Pflegegeld laut Landesgesetz bekommen, erhalten automatisch in der zuerkannten Stufe Pflegegeld aufgrund des Bundesgesetzes. Aufpassen heisst es bei den Ausszahlungsterminen, da es derzeit unterschiedliche Auszahlungstermine für das Pflegegeld gibt.
„Künftig wird einheitlich monatlich im Nachhinein gezahlt. In Niederösterreich, der Steiermark, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien (nur Landesbeamte), wo das Landespflegegeld bisher im Voraus aufs Konto kam, gibt es daher zum Jahreswechsel 2011/12 eine einmalige Vorschusszahlung. Dies schlägt sich nochmals mit 18 Mio. Euro aufs Budget. Der Bund holt sich das Geld aber schrittweise zurück, den künftig gibt es im Todesmonat keine anteilige Auszahlung des Pflegegeldes mehr.“ (derStandard.at)
Vor genau zwei Wochen hat Sozialminister Hundstorfer noch groß angekündigt, keine Kürzungen beim Pflegegeld vornehmen zu wollen (wir berichteten). Im Zuge der Budget-Konsolidierung ist nun aber klar: es waren leere Phrasen.
Um Pflegestufe 1 zu erreichen, müssen in Zukunft 60h Pflegebedarf pro Monat entstehen, für Stufe 2 85 statt 75 Stunden. Eine leichte Besserung ergibt sich bei Pflegestufe 6, hier gibt es um 18 Euro mehr pro Monat (also 1.260 Euro/M). Die Änderungen gelten nur für Neuzugänge.
Die Änderungen ergeben Verschlechterungen für rund 24.000 Menschen, rund 14.000 fallen von Stufe 2 auf 1, rund 10.000 können überhaupt kein Pflegegeld mehr beantragen.
Angesichts der gegenteiligen Ankündigungen hagelt es naturgemäß heftige Krifk von allen Seiten. BIZEPS fordert den Rücktritt Hundstorfers, die FPÖ kündigt einen Misstrauensantrag gegen ihn an, die Diakonie Österreich übt Kritik am Budgetplan, ebenso die Caritas und viele andere.
Für 24 Stunden Pflege haben die Änderungen keinerlei Auswirkungen (eher Verbesserungen durch Anhebung der Stufe 6), da eine Förderung der rund-um-die-Uhr Pflege ohnehin erst ab Pflegestufe 3 erfolgen kann.
Unser Tipp: Wer Pflegestufe 1 oder 2 entspricht und vor dem 1. Jänner 2011 einreicht, wird noch mit dem alten System gerechnet.
Die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP haben es schon gefordert, nun zieht ÖVP Sozialsprecher August Wöginger nach: Es wird mehr Geld für die Pflege gefordert. Während Sozialminister Hundstorfer den Zugang zu Fördergeldern erschweren will, fordert Wöginger ein Gesamtkonzept um die Finanzierung der Pflege sicherzustellen. Eine Einschränkung für Demenzerkrankte kann er sich nicht vorstellen: „„Das wäre für mich der falsche Weg, das würde ich nicht mittragen.“
Wir verfolgen die Aussagen der Politiker und vor allem die Handlungen natürlich für Sie weiter.
Diesmal ein Lesetipp zum Thema häusliche Betreuung. derStandard.at Reporter Gerald John beschreibt den Alltag einer „Ausländerin, die alle brauchen“. Der Artikel beschreibt Situationen von Menschen und deren Pflegehilfen sehr anschaulich und gibt außerdem einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Betreuung zu Hause. Allerdings sollte stets der Unterschied zwischen Hauskrankenpflege und Heimpflege beachtet werden. Lesenswert!
Viel ist in den letzten Monaten rund um das Thema Pflegegeld spekuliert worden. Sozialminister Hundstorfer hat im September 2010 in der ORF Sendung „Hohes Haus“ Gerüchten über geplante Kürzungen eine klare Absage erteilt.
„…Ich denke überhaupt nicht daran, jetzt Menschen bestehende Pflegestufen wegzunehmen, das ist überhaupt nicht mein Thema… …Das siebenstufige Verfahren wird es weiterhin geben. Dieser Grundpfeiler des Systems wird nicht angetastet…“
Somit ist nun endlich Sicherheit gegeben, eine Abschaffung der Pflegestufe 1 oder Zugangsbeschränkungen vom Tisch. Ein erfreuliches Zeichen der Politik, denn das Thema häusliche Pflege wird für viele Menschen immer wichtiger.